„Ein ziemlich schrecklicher Ort“

Bergen Belsen 1….so lautet nicht nur eine der Schüleräußerungen nach dem Besuch der Gedenkstätte Bergen-Belsen. Die beiden neunten Klassen der Realschule Isernhagen beschäftigen sich im Deutschunterricht momentan mit dem Tagebuch von Anne Frank. Anne, das 15 jährige jüdische Mädchen, das sich zunächst während des zweiten Weltkriegs (1939-1945) mit seiner Familie und vier weiteren Bekannten zwei Jahre lang in einem Hinterhaus in Amsterdam vor den Nazis verstecken musste, bevor sie alle entdeckt und schließlich (fast alle) in verschiedenen Konzentrationslagern ums Leben kamen. Anne Frank und ihre Schwester Margot erlitten wie so viele unschuldige Menschen im ehemaligen KZ Bergen-
Belsen Höllenqualen und starben deshalb beide viel zu früh im Februar 1945, kurz vor der Befreiung der Engländer, wahrscheinlich an Fleckfieber und Typhus.

Der intensive Besuch dieser Gedenkstätte Bergen-Belsen, die eine sowohl informative Ausstellung aufweist als auch über fachkundige persönliche Betreuung verfügt, machte uns alle sehr betroffen und nachdenklich. Besonders der Film mit Originalaufnahmen über die Qualen, das Sterben der Gefangenen und auch deren „Vernichtung“ hat uns auf schockierende Weise die Gräueltaten des Holocausts vergegenwärtigt. Es war kaum auszuhalten, all die schrecklichen Szenen zu ertragen.

Im Anschluss daran erfolgte ein Erkundungsgang über das nun inzwischen wieder zum Leben erwachte Gelände des ehemaligen KZs. Die Massengräber von 1945 sind trotz ihrer Begrünung immer noch zu erkennen Ansonsten gibt es nicht mehr viel, das an jene schlimmen Jahre erinnert … Ausgenommen der Grabstein zum Gedenken an Anne Frank und ihre Schwester, der uns den Holocaust niemals vergessen lässt. Und das ist auch gut so!

Die Rückfahrt von diesem „ziemlich schrecklichen (kalten) Ort“ in einem gut geheizten, komfortablen Bus, ließ uns schließlich darüber nachdenken, wie gut wir es eigentlich haben.

Mareke Elouardi